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 Seniorensportgruppe
Ein Musterbeispiel
"Sie sagen zwar, es ist nur ein Hobby, aber ehrgeizig sind sie alle. Christa hat zum Beispiel mal Roboter-Training ausprobiert, nachdem sie das bei ein paar Jugendlichen gesehen hat." Manfred Reinbacher kennt die Spielfreude der Freizeitgruppe beim TTV Eintracht Altenbochum. Liebevoll nennt er sie auch "Oldies", schließlich hat der Großteil rund 30 Männer und Frauen das Tischtennis-Seniorenalter längst erreicht. Christa Stefanov, die Dame am Roboter, ist 59 Jahre alt. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Werner Sudhues ist sie fast an jedem Mittwoch zwischen sieben und neun Uhr abends in der Turnhalle zu finden.Der Mittwoch ist der feste Trainingstag der Hobby-Gruppe, und wer einmal dort war, scheint so schnell nicht mehr davon loszukommen. "Ich bin gerne hier, weil die Leute so offen sind und auf Neue zugehen", sagt die 52-jährige Mechthild Adams, die vor zwei Jahren zum ersten Mal die Halle betrat. Ihre Spielweise bezeichnet sie als "Hausfrauen-Tischtennis". "Trotzdem spielen auch die Guten mit den Schlechteren. Wichtig ist, dass wir miteinander spielen und Spaß dabei haben. Aber gezählt wird natürlich auch. Man ist dann einfach konzentrierter bei der Sache." Beim Trainieren wird herumgeflachst, aber wenn es in einem Satz eng wird, wird auch geschimpft. Oder es gibt einen Aufschlag aus der Schnitt-Trickkiste. Schließlich kennt jeder die Stärken und Schwächen seiner Mitspieler.
 
Oldies inzwischen feste Größe im Verein
Die Freizeitgruppe der Eintracht wächst stetig. 1985 hatte alles eher zufällig begonnen. Der Bochumer Stadtsportbund wollte sein Schnupperprogramm an Sportarten erweitern. Tischtennis lag nahe, da hierfür nur geringer Aufwand nötig ist und ein Kurs in einem Verein preiswert angeboten werden kann. Altenbochums Geschäftsführer Manfred Reinbacher hörte von der Anfrage und bot seinen Klub an. Sieben Jahre lang, mit nur einer Unterbrechung, kamen erwachsene Anfängerinnen und Anfänger für eine Tischtennis-Einführung zu ihm. Aus jedem dieser Kurse blieben einige Teilnehmer am Zelluloid-Ball hängen. Zusammen mit älteren Eintracht-Spielern bildete sich schließlich die Hobby-Gruppe heraus.

"Die Gruppe ist inzwischen eine feste Einrichtung im Verein", sagt auch Sportwart Andreas Klein."Sie machen sich keinen Stress. Keiner zwingt sie zum Training, aber trotzdem ist hier die Trainingsbeteiligung besser als bei den meisten Mannschaftsspielern." Die Oldies sind nicht nur beim eigenen Training dabei; sie engagieren sich auch im Verein: im Vorstand, als Fahrer für Schüler und Jugend zu Auswärtsspielen, bei der Organisation von Vereinsfeiern und Turnieren. Sie zählen und zahlen als aktive Mitglieder. Punktspiele austragen oder gar zu Turnieren fahren will allerdings niemand von ihnen. Uwe Bienert bringt es auf den Punkt: "Ich möchte das nicht, weil mir der Druck zu gewinnen zu hoch wäre. Ich habe in meinem Beruf schon genug Druck, da will ich nicht auch noch in meiner Freizeit Stress haben. Wenn ich in der Hobby-Gruppe verliere, ärgere ich mich zwar auch, aber spätestens unter der Dusche ist das vergessen."