Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Allgemeine Diskussionen
Andreas Fröder
Beiträge: 235
Registriert: 09.06.2005, 18:44

Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Andreas Fröder » 04.12.2013, 22:22

Hallo zusammen,

ich möchte mal eine Diskussion anstoßen, insbesondere im Hinblick auf die gravierende Frage welche Zukunft und welche Probleme der TT-Sport derzeit hat ? Als Grundlage kann folgender Zeitungs-Artikel in der heutigen AZ (Ausgabe Alzey) dienen.

http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/lokalsport/tischtennis/alzey/tischtennis-kreis-registriert-alarmsignale_13672789.htm

Kennt Ihr ähnliche Probleme ? Wie schätzt Ihr sie ein ?

Benutzeravatar
Stevie Cool
Beiträge: 491
Registriert: 25.06.2005, 12:07
Wohnort: Klein-Winternheim

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Stevie Cool » 05.12.2013, 00:01

Ich will mich jetzt nicht unbedingt auf den Tischtennis-Sport im Gesamten konzentrieren, sondern ganz konkret auf den hier verlinkten AZ-Artikel. Und dazu gibt es meines Erachtens ganz klare Gründe.

Zitat im Text: „Früher“, sagte er, „war es eine Ehre oder Verpflichtung, an den Kreismeisterschaften teilnehmen zu dürfen. Aber an dieser Haltung hat sich vieles geändert“.

Das mag sicher richtig sein. Zu ergänzen wäre aber auch: "Früher war es auch nicht möglich, mit einer Teilnahme an den Kreismeisterschaften seine Position in seiner aktuellen Mannschaft in der Saison zu gefährden."

Dank unseres neuen, vom Prinzip her sicher richtigen, aber von der Umsetzung her völlig bekloppten TTR-Systems jedoch läuft man mittlerweile Gefahr, durch Turnierteilnahmen die eigene Position - oder sogar noch fragwürdiger, die Position anderer Spieler - in einer Mannschaft zu riskieren. Seit Einführung des TTR-Wertes erlebe ich sowohl im eigenen Verein als auch in zahlreichen Berichten anderer Spieler immer wieder die groteske Situation, dass sich viele ihre Teilnahme an Turnieren lieber schenken, genau aus den oben genannten Gründen.
Nur ein Beispiel zur Verdeutlichung: Unser Jugendspieler Henrik Brusenbauch spielte dieses Jahr Deutschlandpokal der Schüler A, erspielte bei diesem hochkarätigen Wettbewerb eine Bilanz von 5:5 und kehrte mit -57 (!!!) Punkten zurück und war plötzlich - trotz weitaus mehr Talent - sogar schlechter als ich in der vereinsinternen Rangliste.

Die Folgen dieser völlig bekloppten Regelung sind vielfältig: Neben der naheliegenden Tatsache, dass viele Spieler solche Turniere aus Angst um die eigene Position künftig meiden, kann sogar passieren, dass Spieler, die Angst um die Position ihrer Vereinskollegen haben, diese Turniere meiden. So beispielsweise ein Spieler, der in einer tieferen Mannschaft spielt, gerne auf Turniere fahren würde, aber weiß, dass er bei zu vielen Siegen auf diesen Turnieren die Position seiner höher eingestuften Kollegen im Verein gefährden würde.

Oder man nehme Jugendspieler, die vom Verband auf solche Turniere mitgenommen werden, dagegen wenig tun können, wenn sie sich auch weiter Hoffnungen auf eine Zukunft im Verband machen wollen, und am Ende ihren Platz in ihrer Stammmannschaft verspielt haben. Bevor Vermutungen aufkommen: Das ist ein rein fiktives Beispiel ohne konkrete Vorlage im RTTV, aber sicher ein Szenario, das nicht zu weit hergeholt ist.

Bitte jetzt keine Moralapostel, die mit irgendwelchen sportlichen Idealen oder irgendsowas wie "Ehre" oder sonstwas kommen. Denn diese Dinge sind zwar schön und gut, sind aber in konreten Fällen - vor allem, wenn der Verein als Gesamtes konkrete Ziele wie etwa Aufstiege, Nicht-Abstiege, Pokalgewinne, o.ä. verfolgt - schlichtweg nicht mehr als eine Illusion.

Daher ist doch die Konsequenz eindeutig: Wenn zu mir ein Jugendlicher kommen würde und mir sagt: "Steffen, ich habe Angst, beim Turnier XY mitzuspielen, weil ich in der Rückrunde gerne weiter in der Mitte spielen möchte und ich diesen Platz zu verlieren drohe. Was soll ich tun?" Ich würde dem Spieler ohne Umschweife dazu raten, das Turnier nicht zu spielen, wenn ihm der Mannschaftsspielbetrieb wichtiger ist.

Das TTR-System, das als maßgeblichen Wert für eine Mannschaftseinstufung auch Turnierteilnahmen mit integriert, vergrößert nicht nur die Möglichkeit von Manipulationen um ein Vielfaches (auch darüber ließe sich noch ausführlich reden, aber das ist ein anderes Thema), sondern vergrault auch viele Tischtennis-Spieler.

Für mich ist das der Hauptgrund der aktuellen Situation zumindest in diesem Jahr.

Liebe Grüße
Steffen
Niveau wirkt von unten betrachtet immer ein wenig arrogant...;)

Für alle, denen mein Nickname zu anonym ist: Ich bin Steffen Nagel vom RSV Klein-Winternheim!

Thomas Krollmann
Beiträge: 81
Registriert: 26.01.2006, 23:16
Wohnort: MZ-Finthen
Kontaktdaten:

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Thomas Krollmann » 05.12.2013, 20:40

Man muss hier aber schon unterscheiden ob es um regionale oder überregionale Turniere geht. Klar, wenn ich viele Spiele spiele, kann es im Extremfall sein, dass ich einen Haufen Punkte kassiere oder im negativen Fall verliere. Das lasse ich als Ausrede bei z.B. Kreismeisterschaften aber nicht gelten, im Erwartungswert sollte man ja etwa bei +-0 rauskommen. Natürlich kann mal jemand einen schlechten Tag haben. Das TTR-System lebt aber davon, dass möglichst viele Spiele erfasst werden und langfristig(!) hat das auch keine großen Auswirkungen (wenn ich heute viele Punkte verliere bekomme ich für die nächsten Siege deutlich mehr Punkte bzw. verliere weniger). Eine Möglichkeit um das zumindest abzuschwächen wäre es, solche Meisterschaften nicht direkt vor der Einstufung für die Rückrunde zu veranstalten oder zumindest erst nach dem Stichtag einfließen zu lassen. So ist das wirklich nicht gut gelöst, da kann dann einfach jeder einen Spieler schicken, der schenkt seine Spiele her und darf dann die Rückrunde weiter hinten spielen.

Anders sieht es bei überregionalen Meisterschaften aus. Es wird wohl keiner bestreiten, dass die Unterschiede über die Verbandsgrenzen hinaus nur schlecht abgebildet werden. Da sollte man denke ich bei der Meldung in solchen Fällen kulanter sein und in Henriks Fall erlauben, den Spieler dort zu platzieren, wo er ohne die Turnierteilnahme gelandet wäre. Möglicherweise spielt da aber click-tt nicht mit.

Benutzeravatar
SuperMario
Beiträge: 72
Registriert: 16.10.2005, 10:20
Wohnort: Bingen

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon SuperMario » 06.12.2013, 21:13

Mir ist es absolut schleierhaft, wieso man den Termin einer Kreismeisterschaft auf ein Wochenende legt, wo noch Meisterschaftsspiele stattfinden. Da braucht sich niemand wundern, dass es wenige Teilnehmer gibt. Man sollte für alle Kreismeisterschaften im RTTV einheitlich einen Termin blocken, wo keine Meisterschaftsspiele stattfinden dürfen. Solange nicht einmal diese Grundlage gewährleistet ist, brauchen wir über andere Punkte nicht sprechen.
Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. (Sokrates)

Andreas Fröder
Beiträge: 235
Registriert: 09.06.2005, 18:44

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Andreas Fröder » 06.12.2013, 21:31

Die Terminierung für die KEM 2013 erfolgte in AZ im Februar 2013. Frühzeitig genug um alles entsprechend "drum herum" legen zu können. In den Kreisklassen haben wir es überwiegend geschafft den Termin freizuhalten. Aber es stimmt schon, ein einheitlicher Termin verbandsweit für die KEM wäre eine gute Sache.

Joachim Wolf
Beiträge: 1230
Registriert: 08.06.2005, 07:27
Wohnort: Mainz

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Joachim Wolf » 06.12.2013, 22:26

Nächstes Jahr sollten wir die Kreismeisterschaften erst Mitte Dezember austragen.
Dann wäre auch das Problem wegen der Auswirkungen auf die QTTR-Zahl nicht vorhanden und es müsste niemand zwangsweise nicht teilnehmen.

underdog
Beiträge: 373
Registriert: 28.09.2009, 20:03

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon underdog » 07.12.2013, 20:08

Naja, man muss sich mal Gedanken machen, was alles zählt und was nicht und wann was zählt. Prinzipiell lassen Turniere, Kreismeisterschaften und Pokalspiele vor Festlegung des QTTR Wertes Spielraum für "Anpassung". Ist aber evtl. auch die Regelung Schuld, dass zur Halbserie umgestellt werden muss bzw. die Punktedifferenz ist zu eng gefasst. Also Turniere zu denen man ohne Training ankommt gibt es so immer weniger, weil man ja immer Gefahr läuft sich im wahrsten Sinne des Wortes unter Wert zu schlagen. Und bei so einem Turnier - ja nach Modus kann man sich ja um Kopf und Kragen spielen. Genau so wird man immer häufiger Spontanverletzungen beobachten, wenn es z. B. in der Vorrunde einer EM oder RL nicht läuft. Zum Thema Meisterschaftsspiel oder Kreismeisterschaft. Meines Erachtens ist es völlig wurscht, wann welcher Termin bekannt gegeben wird, es dürfte per defintionem nicht zu Überlappungen kommen können, denn ganz im Ernst, wer lässt denn seine Mannschaft im Stich, um Einzelmeisterschaften zu spielen. Und planbar ist das Ganze auch nicht immer, vor allem, wenn unter der Saison der Verlegungen kommen durch Mannschaften mit Kiddies, die auf überregionaler Ebene unterwegs sind. Da lobe ich mir die Seniorenmeisterschaften, der QTTR Wert ist fix. da kann man in der schlechtesten Halle im RTTV sich wenigstens ehrlich verletzen oder schneeblind werden....
Dumm ist der, der Dummes tut (Mutter von Forrest Gump)

Benutzeravatar
Onkel Christoph
Beiträge: 1517
Registriert: 24.01.2006, 21:12
Kontaktdaten:

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Onkel Christoph » 08.12.2013, 14:20

Stevie Cool hat geschrieben:Ich will mich jetzt nicht unbedingt auf den Tischtennis-Sport im Gesamten konzentrieren, sondern ganz konkret auf den hier verlinkten AZ-Artikel. Und dazu gibt es meines Erachtens ganz klare Gründe.

Zitat im Text: „Früher“, sagte er, „war es eine Ehre oder Verpflichtung, an den Kreismeisterschaften teilnehmen zu dürfen. Aber an dieser Haltung hat sich vieles geändert“.

Das mag sicher richtig sein. Zu ergänzen wäre aber auch: "Früher war es auch nicht möglich, mit einer Teilnahme an den Kreismeisterschaften seine Position in seiner aktuellen Mannschaft in der Saison zu gefährden."

Dank unseres neuen, vom Prinzip her sicher richtigen, aber von der Umsetzung her völlig bekloppten TTR-Systems jedoch läuft man mittlerweile Gefahr, durch Turnierteilnahmen die eigene Position - oder sogar noch fragwürdiger, die Position anderer Spieler - in einer Mannschaft zu riskieren. Seit Einführung des TTR-Wertes erlebe ich sowohl im eigenen Verein als auch in zahlreichen Berichten anderer Spieler immer wieder die groteske Situation, dass sich viele ihre Teilnahme an Turnieren lieber schenken, genau aus den oben genannten Gründen.
Nur ein Beispiel zur Verdeutlichung: Unser Jugendspieler Henrik Brusenbauch spielte dieses Jahr Deutschlandpokal der Schüler A, erspielte bei diesem hochkarätigen Wettbewerb eine Bilanz von 5:5 und kehrte mit -57 (!!!) Punkten zurück und war plötzlich - trotz weitaus mehr Talent - sogar schlechter als ich in der vereinsinternen Rangliste.

Die Folgen dieser völlig bekloppten Regelung sind vielfältig: Neben der naheliegenden Tatsache, dass viele Spieler solche Turniere aus Angst um die eigene Position künftig meiden, kann sogar passieren, dass Spieler, die Angst um die Position ihrer Vereinskollegen haben, diese Turniere meiden. So beispielsweise ein Spieler, der in einer tieferen Mannschaft spielt, gerne auf Turniere fahren würde, aber weiß, dass er bei zu vielen Siegen auf diesen Turnieren die Position seiner höher eingestuften Kollegen im Verein gefährden würde.

Oder man nehme Jugendspieler, die vom Verband auf solche Turniere mitgenommen werden, dagegen wenig tun können, wenn sie sich auch weiter Hoffnungen auf eine Zukunft im Verband machen wollen, und am Ende ihren Platz in ihrer Stammmannschaft verspielt haben. Bevor Vermutungen aufkommen: Das ist ein rein fiktives Beispiel ohne konkrete Vorlage im RTTV, aber sicher ein Szenario, das nicht zu weit hergeholt ist.

Bitte jetzt keine Moralapostel, die mit irgendwelchen sportlichen Idealen oder irgendsowas wie "Ehre" oder sonstwas kommen. Denn diese Dinge sind zwar schön und gut, sind aber in konreten Fällen - vor allem, wenn der Verein als Gesamtes konkrete Ziele wie etwa Aufstiege, Nicht-Abstiege, Pokalgewinne, o.ä. verfolgt - schlichtweg nicht mehr als eine Illusion.

Daher ist doch die Konsequenz eindeutig: Wenn zu mir ein Jugendlicher kommen würde und mir sagt: "Steffen, ich habe Angst, beim Turnier XY mitzuspielen, weil ich in der Rückrunde gerne weiter in der Mitte spielen möchte und ich diesen Platz zu verlieren drohe. Was soll ich tun?" Ich würde dem Spieler ohne Umschweife dazu raten, das Turnier nicht zu spielen, wenn ihm der Mannschaftsspielbetrieb wichtiger ist.

Das TTR-System, das als maßgeblichen Wert für eine Mannschaftseinstufung auch Turnierteilnahmen mit integriert, vergrößert nicht nur die Möglichkeit von Manipulationen um ein Vielfaches (auch darüber ließe sich noch ausführlich reden, aber das ist ein anderes Thema), sondern vergrault auch viele Tischtennis-Spieler.

Für mich ist das der Hauptgrund der aktuellen Situation zumindest in diesem Jahr.

Liebe Grüße
Steffen


Steffen spricht mir aus der Seele!
Ich bin auch nicht mehr so geil auf Turniere wie früher, weil man schnell viel Punkte abgezogen bekommt und sie nur mühsam wieder einsammeln kann. Von daher spiele ich lieber in der Runde, dort weiß man was einen erwartet und der Gewinn/Verlust bleibt im Rahmen. Beim Turnier kann man schnell mal 40 Punkte verlieren und das können 4-5 Positionen in einer Mannschaft sein.
Fazit: Es werden in Zukunft immer weniger Leute Turniere spielen, weil man immer im Hinterkopf hat Punkte zu verlieren.
Viele Grüße
Wir sind der faule Zahn
In deinem weißen Lächeln

Benutzeravatar
Peter Buchmann
Site Admin
Beiträge: 900
Registriert: 08.06.2005, 00:19
Akuelle Spielklasse: Kreisliga
Wohnort: Mainz
Kontaktdaten:

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Peter Buchmann » 09.12.2013, 01:02

Es gibt bei diesem Thema wohl zwei Aspekte:

1.) Der RTTV ist zumindest im Vergleich zu Hessen punktemäßig relativ hoch eingestuft. Das bedeutet, dass ein Spieler in Hessen einen niedrigeren TTR-Wert hat als ein gleich starker Spieler im RTTV. Bei Turnieren bei denen ein Rheinhesse auf Hessen trifft, wird der Rheinhesse erwartungsgemäß Punkte verlieren. Diesen "Fehler" im System sollte von den Betreibern von MyTischtennis und click-tt möglichst bald behoben werden. Dies würde aber bedeuten, dass jeder Spieler des Verbands eine gewisse Punktzahl abgezogen bekommen wird, damit "Waffengleichheit" besteht.

2.) Turniere, die direkt vor den Terminen der QTTR-Berechnung liegen, sind verständlicherweise problematisch, vor allem wenn die Gefahr recht hoch ist viele Punkte zu verlieren. Vielleicht sollte man folgendes überlegen:
* Turniere wie Kreismeisterschaften direkt vor QTTR-Terminen so anlegen, dass keine großen Punktverluste zu befürchten sind, also z.B. strikt nach KO-System zu spielen, damit sich nicht viele Niederlagen aufaddieren können. Bei einer Niederlage in zwei Turnierklassen sollten so nur etwa 20 Punkte Verlust anfallen.
* Ranglisten und Turniere mit vielen Begegnungen zu Beginn einer Halbrunde zu legen. Größere Punktverluste können dann noch während der Runde ausgeglichen werden.

Im Prinzip ist das schon so angelegt, oder?

Joachim Wolf
Beiträge: 1230
Registriert: 08.06.2005, 07:27
Wohnort: Mainz

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Joachim Wolf » 09.12.2013, 08:36

Peter Buchmann hat geschrieben:Es gibt bei diesem Thema wohl zwei Aspekte:

2.) Turniere, die direkt vor den Terminen der QTTR-Berechnung liegen, sind verständlicherweise problematisch, vor allem wenn die Gefahr recht hoch ist viele Punkte zu verlieren. Vielleicht sollte man folgendes überlegen:
* Turniere wie Kreismeisterschaften direkt vor QTTR-Terminen so anlegen, dass keine großen Punktverluste zu befürchten sind, also z.B. strikt nach KO-System zu spielen, damit sich nicht viele Niederlagen aufaddieren können. Bei einer Niederlage in zwei Turnierklassen sollten so nur etwa 20 Punkte Verlust anfallen.
* Ranglisten und Turniere mit vielen Begegnungen zu Beginn einer Halbrunde zu legen. Größere Punktverluste können dann noch während der Runde ausgeglichen werden.

Im Prinzip ist das schon so angelegt, oder?


Also nur nach KO-System spielen wird die Teilnehmerzahlen noch mehr reduzieren.
Der größere Teil der Teilnehmer bei Turnieren hat nun mal kaum eine Chance mehrere Runden zu überstehen und nur wegen einem Einzel und Doppel an einem Turnier teilzunehmen dürfte Grund genug sein nicht zu melden.

Grundsätzlich wäre es besser, die QTTR-Berechnung nur für die Mannschaftsspiele vorzunehmen.
Dann wäre das leidige Thema der Punktevergabe bei Turnieren überhaupt nicht vorhanden.

Udo Veit
Beiträge: 34
Registriert: 24.06.2005, 16:56
Wohnort: Mainz-Finthen

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Udo Veit » 09.12.2013, 16:54

Auf diese Diskussion habe ich schon lange gewartet!

Was hat die Punktevergabe bei Turnieren und sonstigen Veranstaltungen mit dem Mannschaftssport
zu tun???

Joachim Wolf hat mit dem Satz

(Grundsätzlich wäre es besser, die QTTR-Berechnung nur für die Mannschaftsspiele vorzunehmen.
Dann wäre das leidige Thema der Punktevergabe bei Turnieren überhaupt nicht vorhanden.)

vollkommen Recht!

kantenball
Beiträge: 95
Registriert: 28.06.2005, 13:44
Wohnort: Sulzheim

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon kantenball » 09.12.2013, 22:59

Für die Regelkundigen zwei Auszüge aus der geltenden Wettspielordnung:

WO C 3, Satz 1:
Die Einzelkonkurrenzen der Verbandsmeisterschaften sowie die Ranglistenturniere des RTTV sind TTR-relevant.


WO C 4, Satz 1:
Für Einzelkonkurrenzen anderer Turniere kann der Ausrichter die TTR-Relevanz festlegen, sofern es sich nicht um Konkurrenzen mit Vorgabesystem handelt und die Spielregeln dieser WO ohne Änderungen in dieser Konkurrenz Anwendung finden.


Meiner Ansicht kann auf Kreisebene frei entschieden werden, ob Ranglisten und Einzelmeisterschaften in den TTR-Wert einfließen oder nicht. Ebenso können die Kreise den jeweiligen Austragungsmodus selbst bestimmen. Wer sich für die Verbandsentscheide qualifiziert sollte über genügend TTR-Punkte verfügen und sich der Punkteverschiebung bewußt sein.
Damit die TTR-Werte weiterhin vergleichbar bleiben sollten sich die Kreise untereinander abstimmen und eine einheitliche Wertung vornehmen, d.h. Austragung von Kreisranglisten und Kreismeisterschaften entweder in allen Kreisen mit oder alle Kreise ohne TTR-Relevanz.

Gruß
Gerald Blum, TV Sulzheim
Spieler der SG Sulzheim/Rommersheim

Benutzeravatar
Peter Buchmann
Site Admin
Beiträge: 900
Registriert: 08.06.2005, 00:19
Akuelle Spielklasse: Kreisliga
Wohnort: Mainz
Kontaktdaten:

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Peter Buchmann » 10.12.2013, 02:05

Udo Veit hat geschrieben:Joachim Wolf hat mit dem Satz

(Grundsätzlich wäre es besser, die QTTR-Berechnung nur für die Mannschaftsspiele vorzunehmen.
Dann wäre das leidige Thema der Punktevergabe bei Turnieren überhaupt nicht vorhanden.)

vollkommen Recht!


Hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Das eine möchte Dir voll und ganz Recht geben. Das andere argumentiert mathematisch und gibt den Erstellern des QTTR-Systems Recht, die es so angelegt haben wie es im Moment geregelt ist und zwar mit folgenden Argumenten:

* Das QTTR-System hat verschiedene Voraussetzungen unter denen es gut funktioniert und zwar, dass man gegen stärkere und schwächere Spieler spielt. Je mehr Spiele man insgesamt macht um so besser. Ist ein Spieler in seiner Spielklasse bei den Besten, so hat er kein genügendes Reguativ, das ihn nach oben begrenzt. Er sollte auch gegen stärkere Spieler spielen um korrekt eingestuft zu werden. Das Gleiche gilt für Spieler am unteren Rand. Sie sollten auch gegen schwächere Spieler die Gelegenheit bekommen sich Punkte wieder zurück zu holen.
* Nur durch möglichst viele klassenübergreifende für das System gewertete Spiele ist es über dies möglich die Unterschiede der Spielstärke der einzelnen Klassen korrekt abzubilden.
Daher macht es Sinn aus der Spielklasse auszubrechen und nicht nur Spiele innerhalb der Klasse für den QTTR-Wert heranzuziehen.

Aus der Sicht des Systems gedacht macht es also Sinn. Für den einzelnen kann es aber zu Verschiebungen kommen, die sich mit der Zeit aber wieder von selbst regulieren. Ist man durch ein Turnier also zu stark abgefallen kann es durchaus sein, dass man ein paar Positionen innerhalb der Mannschaft verliert, die man dann aber auch schnell wieder zurück gewinnen kann.

Die Folge ist im schlimmsten Fall, dass die Mannschaftszusammensetzungen sich öfter mal verändern und gute Spieler aus einer unteren Klasse auch mal die Möglichkeit bekommen in eine höhere Klasse auszubrechen. Der bisher bestehende Protektionismus wird ein wenig aufgebrochen und man findet sich als Spieler im hinteren Paarkreuz auch mal zwei Klassen tiefer im vorderen Paarkreuz wieder. Ist das schlimm? Ich finde nicht.

Benutzeravatar
Peter Buchmann
Site Admin
Beiträge: 900
Registriert: 08.06.2005, 00:19
Akuelle Spielklasse: Kreisliga
Wohnort: Mainz
Kontaktdaten:

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon Peter Buchmann » 10.12.2013, 02:35

Nochmal ein paar Gedanken zum Spielsystem:

Ich habe mal eine Simulation des QTTR-Systems gemacht um zu verstehen wann es funktioniert und wie es funktioniert. Es hat wie gesagt die Voraussetzung, dass möglichst viele Spiele gewertet werden. Dabei machen Spiele keinen Sinn, bei denen man praktisch sicher gewinnt bzw. praktisch sicher verliert. Grund: Bei solchen Spielen gibt es fast nie Punktverschiebungen, die Punkte bleiben also statisch.

Durch das QTTR-System schwankt dann die gemessene Punktzahl bei den meisten Spielern etwa 20 Punkte um die tatsächliche Spielstärke. Es gibt mal Ausschläge nach oben, mal nach unten, je nach den letzten Gegnern und den gespielten Resultaten. Es gibt Ausreißer, die mit Glück ein paar Punkte zu viel oder mit Pech zu wenig haben. Die reguliert sich aber mit der Zeit wieder. Meine Einschätzung ist: Das System funktioniert, es arbeitet jedoch anders als das vorherige System, indem es die klassenübergreifenden Unterschiede besser darstellt.

Jetzt noch zu Auswirkungen einzelner Spielsysteme:

KO-System: Beim KO-System verlieren 50% der Spieler in der ersten Runde. Damit verlieren sie auch Punkte. In der zweiten Runde scheiden die Spieler mit einen Sieg und einer Niederlage aus. Im Durchschnitt ist das ein Null-Resultat. 75% der Spieler gewinnen also erwartungsgemäß nicht viele Punkte hinzu. Selbst der Turniergewinner muss nicht unbedingt viele Punkte hinzugewinnen, wenn der Sieg von ihm erwartet wurde. QTTR-Gewinner ist der, der unerwartet einige Runden übersteht. Die Verluste bleiben jedoch begrenzt.

Gruppen-Spiele: Gute Turnierform für das QTTR-Verfahren, aber: Als bester in der Gruppe gewinne ich normal Punkte hinzu, als schlechtester verliere ich.

Schweizer-System: Ideal für QTTR-Verfahren, da man möglichst viele Spiele gegen ähnlich gute Spieler macht. Es gibt nur wenige Spieler, die am oberen oder unteren Rand bleiben und selbst diese können/müssen gegen ähnlich gute Spieler ran.

Ich denke, dass das QTTR-System am besten mit dem gefühlt interessantesten Turniersystem - dem Schweizer-System - harmoniert und dass das KO-System gefühlt QTTR-Punkte kostet, wenn auch nicht viele. Vielleicht ist das eine Erklärung für den Erfolg/Misserfolg verschiedener Turniere und man sollte den Zeitpunkt und den Modus von Turnieren vielleicht mal überdenken.

naitreia
Beiträge: 1
Registriert: 26.09.2013, 12:45

Re: Quo vadis Tischtennis-Sport ?

Beitragvon naitreia » 10.12.2013, 14:13

Hallo,

ich gebe mal nur ein kurzes Statement dazu ab, welches lediglich meine Meinung wiederspiegelt:

Ich war vor der Kreismeisterschaft auf Pos. 3 in unserer Mannschaft.
Nach den Kreismeisterschaften bin ich nun auf Position 6.
Das spiegelt so ganz und garnicht die Leistungen wärend der Saison wieder obwohl ich in der Saison der bessere Mann war.

Ergo, ich werde an keinem Turnier mehr teilnehmen bei dem die Spiele in den TTR-Wert einfließen und da bin ich mit sicherheit nicht der einzigste!


Zurück zu „Allgemeines“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Yahoo [Bot] und 1 Gast