Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

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Joachim Wolf
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Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

Beitragvon Joachim Wolf » 12.12.2018, 21:21

Wie man aus der im Dezember 2018 geänderten Beitrags-und Gebührenordnung entnehmen kann, wurden die Gebühren für Mannschaftszurückziehungen unverhältnismäßig erhöht.
Hier mal die Gegenüberstellungen von den Gebühren vor und nach Erhöhung:
Verbandsliga von 110€ auf 270€ = 245% Erhöhung
Bezirksoberliga von 55€ auf 270€ = 490% Erhöhung
Bezirksliga von 40€ auf 270€ = 675% Erhöhung
Kreisliga von 30€ auf 180€ = 600% Erhöhung
Kreisklassen von 20€ auf 180€ = 900% Erhöhung

Diese Gebühren stehen in keinen Verhältnis zu den erforderlichen Arbeiten, die durch eine Zurückziehung verursacht werden.
Es stellt sich also die Frage aus welchem Grund eine solche, schon an Abzocke grenzende, Erhöhung beschlossen wurde?
Dabei wird wohl nicht mal bedacht, dass Zurückziehungen wegen evtl. Wechsel zur Rückrunde erforderlich werden könnten.
So wäre es unserem Verein fast ergangen, da zwei Spieler aus unserer 1.Ma. zur Rückrunde wechseln wollten und sich nur erst kurz nach dem Wechseltemin dazu entschlossen hatten. Wären Sie gewechselt hätten wir eine Mannschaft zurückziehen müssen und da stellt sich die zweite Frage. Hätten wir dann die neuen erhöhten Gebühren zahlen müssen oder die uns Beginn der Runde bekannten viel niedrigeren Gebühren?

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Peter Buchmann
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Re: Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

Beitragvon Peter Buchmann » 14.12.2018, 10:34

Die neue DTTB WO sieht vor, dass eine zurückgezogene Mannschaft im nächsten Jahr nur wieder in der untersten Klasse gemeldet werden darf. Verbände dürfen jedoch als Alternative unsere alte Logik wählen, bei der ein Rückzug nur in die nächst untere Klasse (mit zusätzlichem (Z)-Status) erfolgt. Diese Wahl hatten wir in der aktuellen WO getroffen.

Durch verschiedene Vorkommnisse in den letzten Jahren haben wir uns in der letzen Sportausschuss-Sitzung aber überlegt, ob die Standard-Regel der DTTB WO nicht auch für uns die eigentlich bessere Regelung wäre. Nach einiger Diskussion haben wir uns mehrheitlich geeinigt, dass wir in Zukunft die DTTB Standard-Regel anwenden wollen. Das bedeutet, dass ab nächser Saison eine zurückgezogene Mannschaft nur wieder in der untersten Klasse gemeldet werden darf. Sie wird durch einen Rückzug also praktisch komplett gestrichen. Achtung: Das gilt auch für Mannschaften, die während einer Runde dreimal nicht angetreten sind. Dies ist in der DTTB WO so vorgegeben.

Bei der Festlegung der Gebühr haben wir den Rückzug mit dem dreimaligen Nichtantreten gleich gesetzt. Das bedeutet, dass wenn eine Mannschaft bereits ein- oder zweimal nicht angetreten ist und dann zurückzieht, sie dann nur noch die Differenz zu dreimaligem Nichtantreten zahlen muss. Ein Zurückziehen kostet also auf beide Wege den selben Betrag. Das Zurückziehen der untersten Mannschaft ist jedoch kostenlos.

Wir möchten nicht mehr, dass während der Runde obere Mannschaften taktisch zurückgezogen werden. Der Rückzug der untersten Mannschaft soll der zukünftige Weg sein mit mangelndem Personal umzugehen. Der Rückzug der untersten Mannschaft ist auch, wenn ich mich recht erinnere, in keiner Art mit Strafen belegt. Sollte eine Klasse dann in der nächsten Saison wegen mangelndem Personal für eine Mannschaft zu stark sein, dann kann die Mannschaft bei der Meldung in eine niedrigere Klasse gemeldet werden.

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Re: Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

Beitragvon Peter Buchmann » 14.12.2018, 10:40

Joachim Wolf hat geschrieben:Dabei wird wohl nicht mal bedacht, dass Zurückziehungen wegen evtl. Wechsel zur Rückrunde erforderlich werden könnten.
So wäre es unserem Verein fast ergangen, da zwei Spieler aus unserer 1.Ma. zur Rückrunde wechseln wollten und sich nur erst kurz nach dem Wechseltemin dazu entschlossen hatten. Wären Sie gewechselt hätten wir eine Mannschaft zurückziehen müssen und da stellt sich die zweite Frage. Hätten wir dann die neuen erhöhten Gebühren zahlen müssen oder die uns Beginn der Runde bekannten viel niedrigeren Gebühren?


Das wäre auch bei der neuen Regel kein Problem. Statt die erste Mannschaft könntet Ihr dann die letzte Mannschaft zurückziehen und die fehlenden Stammspieler bei der Rückrundenmeldung von unten auffüllen. Damit hättet Ihr sogar gar keine Gebühr gezahlt.

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Re: Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

Beitragvon kantenball » 14.12.2018, 18:29

Peter Buchmann hat geschrieben:...
Bei der Festlegung der Gebühr haben wir den Rückzug mit dem dreimaligen Nichtantreten gleich gesetzt. Das bedeutet, dass wenn eine Mannschaft bereits ein- oder zweimal nicht angetreten ist und dann zurückzieht, sie dann nur noch die Differenz zu dreimaligem Nichtantreten zahlen muss. Ein Zurückziehen kostet also auf beide Wege den selben Betrag. Das Zurückziehen der untersten Mannschaft ist jedoch kostenlos.
...


Dabei scheinen die unterschiedlichen Sollstärken nicht berücksichtig worden zu sein, siehe auch Strafordnung §52. Auf Kreisbene ergeben sich demzufolge für 4er-Mannschaften nur 3x 40 = 120 EUR statt 180 EUR. Ich habe auch keinen Zusammenhang erkennen können bei dem ein dreimaliges Nichtantreten wie ein Zurückziehen behandelt wird, d.h. mit einer 4er-Mannschaft fährt man mit dreimaligem Nichtantreten günstiger als mit einer Zurückziehung.
Spieler der SG Sulzheim/Rommersheim

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Re: Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

Beitragvon Peter Buchmann » 14.12.2018, 19:37

kantenball hat geschrieben:Dabei scheinen die unterschiedlichen Sollstärken nicht berücksichtig worden zu sein, siehe auch Strafordnung §52. Auf Kreisbene ergeben sich demzufolge für 4er-Mannschaften nur 3x 40 = 120 EUR statt 180 EUR.


Das könnte tatsächlich noch eine Ungenauigkeit sein, die man sich nochmal ansehen müsste. Danke für den Hinweis.

kantenball hat geschrieben:Ich habe auch keinen Zusammenhang erkennen können bei dem ein dreimaliges Nichtantreten wie ein Zurückziehen behandelt wird, d.h. mit einer 4er-Mannschaft fährt man mit dreimaligem Nichtantreten günstiger als mit einer Zurückziehung.


Lies Dir bitte mal komplett in der WO den Punkt G 7 durch. Es wird dort tatsächlich immer gleichzeitig von Zurückziehung und Streichung gesprochen. Erst wird in 7.1 und 7.2 definiert, was Zurückziehung und Streichung (z.B. dreimaliges Nichtantreten) ist. In 7.3 werden die Folgen für die laufende Spielzeit und in 7.4 die Folgen für die folgende Spielzeit thematisiert. Diese gelten dann sowohl für Zurückziehung als auch für Streichung.

Wir werden in der nächsten Saison wie es die WO vorsieht 7.4.1 und nicht mehr die Alternative 7.4.2 anwenden.

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Re: Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

Beitragvon kantenball » 14.12.2018, 20:00

Peter Buchmann hat geschrieben:Lies Dir bitte mal komplett in der WO den Punkt G 7 durch. Es wird dort tatsächlich immer gleichzeitig von Zurückziehung und Streichung gesprochen. Erst wird in 7.1 und 7.2 definiert, was Zurückziehung und Streichung (z.B. dreimaliges Nichtantreten) ist. In 7.3 werden die Folgen für die laufende Spielzeit und in 7.4 die Folgen für die folgende Spielzeit thematisiert. Diese gelten dann sowohl für Zurückziehung als auch für Streichung.

Wir werden in der nächsten Saison wie es die WO vorsieht 7.4.1 und nicht mehr die Alternative 7.4.2 anwenden.


In der WO werden immer beide Punte erwähnt, jedoch steht nirgends dass ein dreimaliger Nichtantritt gebührentechnisch einer Zurückziehung gleichgesetzt wird. In der Folge gelten für die Nichtantritte die dort definierten Strafen, für ein zurückziehen entsprechend andere Gebühren.
Da es bisher nicht weiter festgeschrieben wurde wird aktuell eine Mannschaft, welche zweimal nicht angetreten ist und danach zurückzieht mit 2x (2x20/30) EUR + 180 EUR = 260/300 EUR bestraft. Das ist übers Ziel hinausgeschossen. Tritt die Mannschaft stattdessen ein drittes Mal nicht an so werden 3 (2x20/30) EUR fällig, d.h. 120 bzw. 180 EUR.
Spieler der SG Sulzheim/Rommersheim

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Re: Unverhältnismäßige Gebührenerhöhung für Mannschaftszurückziehungen

Beitragvon cdroescher » 14.12.2018, 20:27

kantenball hat geschrieben:
Peter Buchmann hat geschrieben:In der WO werden immer beide Punte erwähnt, jedoch steht nirgends dass ein dreimaliger Nichtantritt gebührentechnisch einer Zurückziehung gleichgesetzt wird. In der Folge gelten für die Nichtantritte die dort definierten Strafen, für ein zurückziehen entsprechend andere Gebühren.
Da es bisher nicht weiter festgeschrieben wurde wird aktuell eine Mannschaft, welche zweimal nicht angetreten ist und danach zurückzieht mit 2x (2x20/30) EUR + 180 EUR = 260/300 EUR bestraft. Das ist übers Ziel hinausgeschossen. Tritt die Mannschaft stattdessen ein drittes Mal nicht an so werden 3 (2x20/30) EUR fällig, d.h. 120 bzw. 180 EUR.

Das war so nicht die Intention des Sportausschusses (der die Änderung vorgeschlagen hat). Das Ziel war, dass ein Rückzug insgesamt genau gleich teuer sein sollte, egal ob man ihn erklärt, nachdem man zuvor schon kein-, ein- oder zweimal nicht angetreten war oder den Streichungs-Automatismus der WO durch das dritte Nichtantreten auslöst.
Diese Anrechnung fehlt in der jetzt veröffentlichten Gebührenordnung und sollte nachgetragen werden.
Wie Peter schon geschrieben hat, fehlt außerdem die Unterscheidung nach Sollstärke , und zwar nicht nur auf Kreisebene (4er/6er-Mannschaften), sondern auch auf der Verbandsebene (Damen/Herren).


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