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Sport Da/He
03.11.2013

Bundesliga Damen: TTG schlägt Essen 6:3

Erste Niederlage für Ding Yaping

TUSEM Essen im Personalpech

TUSEM Essen im Personalpech Britt Eerland überzeugt bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim (Aufnahme: Petra Steyer)

Bingen. Die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim hat beim äußerst knappen 6:3 gegen den TUSEM Essen eindeutig davon profitiert, dass die Gäste ohne ihre Spitzenspielerin Elke Schall-Süß antraten. Lara Broich stand ebenfalls nicht zur Verfügung, und Ersatzspielerin Wang Wen Jun musste kurzfristig wegen einer Schulterverletzung das Handtuch werfen. Überragend spielte bei den Essenerinnen die 21-jährige Barbora Balazova, die beide Einzel erfolgreich abschloss und dabei auch Ding Yaping schachmatt setzte. Für die TTG markierte Britt Eeerland den Siegpunkt.

 

TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TUSEM Essen: 6:3

 

Gastgeberinnen greifen zu

Für den TUSEM Essen stand die Begegnung bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim unter keinem guten Stern, denn wie im Vorfeld schon durch die Blume klar wurde, ergaben sich personelle Probleme. Spitzenspielerin Elke Schall-Süß fehlte aufgrund ihrer Tätigkeit als Verbandstrainerin in Hessen. Die 40-Jährige ist beim Top 48-Bundesranglistenturnier der Jugend in Lehrte gefordert. Diese Überschneidungen waren dem Verein bekannt, doch auch Neuzugang Lara Broich stand nicht zur Verfügung. Zu allem Überfluss musste schließlich Ersatzspielerin Wang Wen Jun, die die Reserve in der Bezirksklasse anführt, verletzungsbedingt abschenken. Die Gäste standen somit frühzeitig auf verlorenem Posten. „Wang merkte beim Einspielen, dass Schmerzen im oberen Schulterbereich schlimmer wurden. Sie konnte überhaupt keinen Topspin ziehen, sodass es keinen Sinn machte“, berichtete TUSEM-Geschäftsführer Klaus Ohm.

Neben dem kampflosen Punkt im Doppel markierten Britt Eerland/Hana Matelova nach starkem Spiel gegen Barbora Balazova/Nadine Bollmeier mit einem 11:6, 11:8, 6:11, 9:11 und glattem 11:4 das 2:0.

Die 202 Zuschauer bereuten ihren Besuch trotz der dezimierten Spiele nicht, denn zwischen Ding Yaping und Bollmeier ging die Post ab. Die Nummer zwei der Gäste versprühte zum 11:5, 11:7 ein Feuerwerk sondergleichen, doch Ding Yaping profilierte sich einmal mehr als Taktikfuchs. Mit einem 11:7, 11:7, 11:2 hatte die Abwehrspielerin ihre Gegnerin letztendlich sicher im Griff. Die kritische Situation nach einem 5:2 zum 5:6 im vierten Satz meisterte sie mit Bravoer. Ihre gute Form bestätigte bei den Essenerinnen die Slowakin Balazova, denn die Linkshänderin räumte Dana Cechova beim 11:9, 11:8, 11:8 keine echte Chance ein.

Die Spannungskurve ging noch einmal schlagartig nach oben, als sich Matelova und Yin Na einen Kampf auf des Messers Schneide beim 11:9, 15:13, 7:11, 17:15 lieferten. Die Tschechin auf Seiten der Bingerinnen holte im vierten Durchgang ein 3:8 auf und wehrte noch vier Satzbälle in der Verlängerungsphase ab. Zum 5:1 versetzte die Mannschafts-EM-Dritte dem TUSEM bereits den vorzeitigen K.o., denn nur die Höhe des Sieges war zu diesem Zeitpunkt für die TTG noch eine Frage.

Balazova und Bollmeier besitzen einen Grund zum Jubeln

 

Barbora Balazova vom TUSEM Essen macht sich in der Liga einen Namen (Aufnahme: Holger Staede) Barbora Balazova vom TUSEM Essen macht sich in der Liga einen Namen (Aufnahme: Holger Staede)

Das Spitzenduo der Gäste bewies dann großartige Moral, denn Balazova brachte Ding Yaping nach einer 8:0-Bilanz mit einem 11:7 im fünften Abschnitt die erste Saisonniederlage bei, und Bollmeier glänzte mit einem 3:1 gegen Cechova. Auch Yin Na steckte nicht auf, aber schließlich musste sie Eerland nach dem 1:3 zum Sieg gratulieren. Der dritte kampflose Punkt kam somit nicht mehr in die Wertung.

„Wie schon oft, war für uns mehr drin. Bingen bleibt aber für uns einfach kein glückliches Pflaster, denn in der Vorsaison verloren wir fünfmal im fünften Satz, diesmal ergab sich zweimal eine enge Niederlage in der wichtigen Auftaktphase. Nadine zeigte eine hervorragende Leistung, einfach super, doch Ding Yaping platzierte zunehmend genauer, sodass sie ihr Angriffsspiel nicht mehr konsequent aufziehen konnte. Barbora gab Cechova absolut keine Möglichkeit zum Sieg, leider scheiterte Yin Na trotz komfortabler Führung noch knapp. Nach der Pause spielte Barbora sehr konzentriert und druckvoll gegen Ding Yaping und gewann verdient. Auch Nadine freute sich über ihren Erfolg. Es war klar, dass Elke nicht dabei sein würde, aber wir wollen uns gar nicht ausmalen, wie es mit ihr hätte laufen können. Wir korrigieren unser Saisonziel unter die besten vier Mannschaften zu kommen auf keinen Fall nach unten, denn wir können in der Rückrunde noch alles ausbügeln“, sagte Ohm.

"Die Niederlage von Ding Yaping kann passieren. Barbora Balazova verfügt über einen sehr harten Schlag. Da unser Sieg insgesamt schon feststand, war der Gegenpunkt überhaupt kein Beinbruch, obwohl sich Ding Yaping natürlich schon geärgert hat. Erfreulich für mich sind die Punkte von Hana und Britt im hinteren Paarkreuz, und nicht zu vergessen der Erfolg der beiden gemeinsam im Doppel gegen sehr gute Gegnerinnen. Unsere beiden jungen Spielerinnen haben sich schon prima etabliert. Auch Dana enttäuschte keinesfalls. Unser Konto weist nach diesem wichtigen Sieg jetzt 8:2 Punkte auf, sodass wir gute Chancen auf einen Platz in der oberen Tabellenhälfte besitzen", zeigte sich TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach mehr als zufrieden.

 

Quelle: www.tischtennis.de