Logo
Sport Da/He
08.12.2013

Bundesliga: TTG gewinnt in Böblingen 6:4

TTG Bingen/Münster-Sarmsheim jubelt

TTG Bingen/Münster-Sarmsheim jubelt Hana Matelova und Britt Eerland von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim scheitern im Doppel spielen dafür aber 4:0 in den Einzeln (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)

Böblingen. Die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim hat das 6:4 bei der SV Böblingen in der Kategorie vorgezogenes Weihnachtsgeschenk abgelegt. Obwohl Ding Yaping einmal mehr knapp gegen Qianhong Gotsch das Nachsehen hatte glückte der Coup dank der beiden Neuzugänge Britt Eerland und Hana Matelova, die ein 4:0 einfuhren. Mit 12:2 Punkten spielte die TTG eine unerwartet starke Hinrunde und belegt verdientermaßen den zweiten Tabellenplatz. Die Böblingerinnen werden, bei einem wahrscheinlichen Sieg von TUSEM Essen gegen den NSC Watzenborn-Steinberg am heutigen Abend, mit Rang fünf vorlieb nehmen müssen.

 

SV Böblingen – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: 4:6

 

Britt Eerland und Hana Matelova sind im unteren Paarkreuz eine Bank

Die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim untermauerte mit einem 4:2 zur Halbzeit bei der SV Böblingen ihre Ambitionen auf einen doppelten Punktgewinn. Dabei sollten die Befürchtungen von SV-Trainer Volker Ziegler sich bewahrheiten, dass die Gäste im unteren Paarkreuz sehr stabil und gut auftreten würden. Hana Matelova war es dann auch, die das Schlüsselspiel mit einem 11:6, 7:11, 11:8, 7:11, 11:7 gegen Alexandra Urban gewann. Beim 6:8 im fünften Satz setzte Urban die erhaltenen Tipps während einer Auszeit zum 7:8-Anschluss positiv um, doch danach überzeugte die Tschechin unbeeindruckt. Bei Britt Eerland sollte sich bereits der erste Abschnitt richtungsweisend auswirken, der ihr gegen Anja Schuh nach einem 7:3 und 10:5 beinahe noch abhandengekommen wäre. Doch mit einem 12:10, 11:6, 9:11 und klaren 11:3 dominierte schließlich die Niederländerin.

Im oberen Paarkreuz und in den Doppeln, die 1:1 endeten, blieben spektakuläre Ergebnisse Mangelware. Die beiden defensiv ausgelegten Spitzenspielerinnen machten ihrem Namen alle Ehre, Qianhong Gotsch siegte 3:0 gegen Dana Cechova und Ding Yaping mit 3:1 gegen Xu Yanhua.  

Qianhong Gotsch setzt die zuletzt positive Bilanz fort

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen den Abwehrexpertinnen Gotsch und Ding Yaping knüpfte mit einem glatten 11:3 da an wo es aufgehört hatte, denn die letzten beiden Vergleiche kassierte die Europameisterin von 2000 zu ihren Gunsten ein. Der zweite Abschnitt entwickelte sich schon offen und mit einem 11:9 glich die Bingerin aus, die zum 5:2 auch glänzend in den dritten Satz startete. Dass auch ein 7:3 gegen Hongi noch nichts bedeuten muss bestätigte das 9:8, aber Ding Yaping brachte sich mit einem starken 11:9 in Führung. Bereits zu diesem Zeitpunkt holte Xu Yanhua mit einem schnörkellosen 11:7, 11:9, 11:7 gegen Cechova den dritten Punkt für die Gastgeberinnen. Im vierten Durchgang herrschten wieder umgekehrte Vorzeichen, denn Hongi marschierte zu einem 6:2 und setzte mit einem schnellen 11:5 alles wieder auf null. Beim 7:4 im fünften Satz waren schließlich die Würfel zu Gunsten von Gotsch gefallen, die mit einem 11:7 die derzeit beste Spielerin in die Knie zwang, dafür großen Beifall erntete und einen entscheidenden Rückstand ihrer Mannschaft verhinderte.   

Urban schickte sich im unteren Paarkreuz nach einem 4:11 gegen Eerland zu verstärktem Gegenwind an, musste nach einem 5:1 und 10:9 aber um das 14:12 bangen. Weniger Glück besaß die 29-Jährige beim anschließenden 11:13, aber ein 4:1 sorgte erneut für Zuversicht, denn am Nebentisch blieb die B-Nationalspielerin Schuh gegen Matelova absolut chancenlos. Das Unentschieden oder die Niederlage hing aus Sicht der Böblingerinnen am seidenen Faden, und lag in den Händen von Urban. Die Nummer drei der Gastgeberinnen verfügte nach einem 7:4 und 10:7 über drei Satzbälle und in der Verlängerung über zwei weitere, doch ihre 19-Jährige Gegnerin kaufte ihr mit einem 14:12 noch den letzten Schneid ab.

„Die Partie lief nicht wie erhofft, aber wir konnten zumindest etwas für das Spielverhältnis tun. Das war natürlich ein schwacher Trost. Die Partie zwischen Hongi und Ding Yaping liegt immer bei 50:50, und keine der beiden Kontrahentinnen ließ sich auf lange Schupfduelle ein, sie suchten relativ schnell die Offensive. Die Zwei kennen sich ja aus früheren, gemeinsamen Zeiten in Betzingen mehr als gut. Entscheidend war das 0:4 unten, wo die TTG ihr Übergewicht präsentierte. Alexandra verfügte in beiden Einzeln über Chancen, aber am Ende fehlten die berühmten zwei, drei Bälle. Alexandra geht ja einem Beruf nach, während ihre Gegnerinnen auch international versiert sind. Da lag vielleicht der feine Unterschied. Anja fehlt im Moment einfach das Selbstvertrauen. Sie setzt sich selber wohl so unter Druck, dass sie verkrampft. Ein knapper Sieg sollte ihre Negativserie beenden“, resümierte SV-Betreuer Ingo Gotsch.

„Das war das erwartet enge Spiel, aber Britt und Hana waren die Matchwinner. Ihre Aufgaben waren nicht leicht, denn Urban verkaufte sich als Linkshänderin mit Noppenbelag sehr gut. Dana bewertete ihre beiden Misserfolge gegen sehr starke Gegnerinnen richtig, da konnte sie mit umgehen. Ding Yaping verschlug im fünften Satz gleich zwei, drei Offensivbälle, die sich nicht wieder aufarbeiten ließen. Ihre Niederlage blieb ohne Nachteile für uns, sodass wir natürlich mehr als zufrieden mit dem Verlauf der Hinrunde sind. Britt und Hana sind wirklich ein Glücksgriff für uns“, zeigte sich TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach gut gelaunt.

Quelle: www.tischtennis.de