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13.01.2014

Bundesliga: TTG verliert unglücklich in Kolbermoor

Edina Toth avanciert zur Heldin beim SV DJK Kolbermoor

Edina Toth avanciert zur Heldin beim SV DJK Kolbermoor Edina Toth ebnet dem SV DJK Kolbermoor den Weg zum überraschenden Sieg (Aufnahme: Erik Thomas)

Frankfurt/Main. Riesenjubel hat Edina Toth vom SV DJK Kolbermoor begleitet, als die 21-jährige Abwehrspielerin mit einem 12:10 im fünften Satz gegen Hana Matelova den verspäteten Silvesterknaller zum 6:4 gegen den Tabellenzweiten TTG Bingen/Münster-Sarmsheim zündete. Den Grundstein legte die Ungarin bereits mit dem Punkt gegen Britt Eerland. Auf Seiten der Gäste zeichnete sich eine überragende Ding Yaping aus, aber nun führt der ttc berlin eastside an der Tabellenspitze scheinbar schon uneinholbar mit vier Punkten Vorsprung. Im Kellerduell zwischen dem NSC Watzenborn-Steinberg und dem LTTV Leutzscher Füchse 1990 führte Krimiautorin Agatha Christie Regie, denn das 1:6 spielgelte zu keiner Zeit den wahren Verlauf wider. 

 

SV DJK Kolbermoor – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: 6:4

Spannug pur bis zum letzten Ballwechsel

Wie ein Vulkanausbruch explodierte das Spitzenspiel zwischen dem SV DJK Kolbermoor und der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim, denn schon die Doppelphase entpuppte sich als heißer Tanz, der sich beim 4:4 zuspitzte. Die Gäste stellten Ding Yaping/Dana Cechova, die bislang erst eine Niederlage quittierten, auf Position eins, doch diese Idee kam auch den Bayern, die das noch ungeschlagenen Duo Sabine Winter/Wenling Tan-Monfardini dort positionierten. Letztere erhöhten mit einem 11:4, 9:11, 11:8, 11:7 ihre ausgezeichnete Bilanz auf 8:0, wobei der zweite Satz nach einem 6:0 und 8:8 beinahe noch abhandengekommen wäre, doch die Wende blieb aus. Krisztina Ambrus und Edina Toth, die erneut für Mädchen-Nationalspielerin Chantal Mantz zum Einsatz kam, rappelten sich nach einem 0:2 gegen Britt Eerland/Hana Matelova und glichen mit einem 11:8, 12:10 aus. Im fünften Abschnitt verlor das Bayern-Duo aber zum 1:5 frühzeitig den Kontakt, und die Bingerinnen markierten mit einem 11:6 das 1:1.

Dana Cechova verpasst Überraschung

Die Nummer zwei der Bingerinnen Cechova setzte sich nach einem 9:11 gegen Winter mit einem 11:8, 11:8 positiv in Szene und beim 7:4 im vierten Satz roch es nach einer kleinen Sensation. Doch Winter hatte ihr Kämpferherz mal wieder

Gewohnt siegessicher präsentiert sich bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim Ding Yaping (Aufnahme: Petra Steyer)Gewohnt siegessicher präsentiert sich bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim Ding Yaping (Aufnahme: Petra Steyer)

am rechten Fleck und bog die Partie zum 12:10, 11:6 um. Tan-Monfardini musste sich dafür überaus deutlich mit 0:3 gegen Abwehrass Ding Yaping beugen, und auch die schöne Erfolgsserie von Ambrus endete gegen Matelova mit einem glatten 7:11, 6:11, 9:11.

Edina Toth setzt zum Höhenflug an

Unter den 228 Fans stieg die Begeisterung, als sich Abwehrspielerin Toth, nach einem einseitigen 2:11, gegen Eerland zur Gegenwehr anschickte und ein 11:9, 11:9 erzielte. Und die Ungarin wuchs über sich hinaus und kaufte der Jugend-Europameisterin von 2010 mit einem 11:8 völlig unerwartet den Schneid ab.

Das Spitzenspiel wurde nach der Pause seinem Namen weiter gerecht, denn Ding Yaping ließ sich beim 3:1 auch nicht von Winter an die Karre fahren, doch zu einer Führung kam es nicht, da Cechova mit 0:3 gegen Tan-Monfardindi den Kürzeren zog.

Die Dramatik spitzt sich am Ende zu

Die Spannung bei allen Beteiligten war dann im unteren Paarkreuz kaum noch auszuhalten, denn Ambrus marschierte zu einem 2:0 gegen Eerland und Toth fand nach ihrem ersten Ligasieg auch gegen Matelova beim 10:12, 11:6, 11:6 eine gute Linie. Obwohl den Bingerinnen noch der Konter gelang, hielten die Nerven der Gastgeberinnen. Toth erspielte sich im fünften Satz ein 6:2, sah sich beim 9:10 aber auch einem Matchball gegenüber, ehe ein 12:10 glückte.

Analyse SV DJK Kolbermoor

Das war mit Abstand das spannendste Spiel der Saison, aber natürlich cool, dass wir gewinnen konnten. Der Einsatz von Edina war von uns bewusst lanciert, Chantal wäre wieder fit gewesen. Edina agierte dann auch viel besser als bei unserem letzten Heimspiel. Sie hat sich wohl an das Niveau und die Kulisse inzwischen gewöhnt, und sie rechtfertigte das in sie gesetzte Vertrauen. Edina ist in der Liga angekommen, und sie wich keine Sekunde von ihrer defensiven Spielweise ab. Mit ihren Schnittwechseln kamen ihre Gegnerinnen nicht klar. Wir waren bis zum letzten Ballwechsel hin und hergerissen, aber natürlich war Edina unsere Matchwinnerin. Insgesamt war es keine Partie für Zuschauer mit Herz-Rhythmus-Störungen. Sabine zeigte keine schlechte Leistung, aber ganz toll was Ding Yaping zeigte. Sie weiß ganz genau was sie macht. Wenling blieb gegen die TTG-Spitzenspielerin chancenlos, und das will etwas heißen, denn sie spielt gegen Abwehr richtig gut. Unsere Gäste waren natürlich total traurig, und für Herbstmeister Berlin sieht nun alles nach einem Durchmarsch aus, aber für uns war dieser Erfolg, der am seidenen Faden hing, der Stabilisator für die obere Tabellenhälfte“, kommentierte SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger.

Statement TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

„Der Sieg für Kolbermoor geht definitiv auf das Konto von Edina Toth. Bereits im Doppel war zu erkennen, dass Britt und Hana sich gegen die Abwehrspielerin schwer taten. Ein 5:5 wäre sicher gerecht gewesen, denn bei uns präsentierte sich Ding Yaping unglaublich stark. Was sie gegen Tan-Monfardinini zeigte war schon erstklassig. Dana hatte zudem ihre Möglichkeit gegen Winter, unserer Nummer zwei fehlt jedoch einfach eine Portion Selbstvertrauen. Und so ist es halt im Sport, in unserem Fall gaben zwei, drei Bälle den Ausschlag, und wir müssen da jetzt halt durch“, erklärte TTG-Sprecher Rainer Oppenheimer.

 

Quelle: www.tischtennis.de